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Wald
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Wald (auch Waldung) im alltagssprachlichen Sinn und im Sinn der meisten Fachsprachen ist ein Ausschnitt der ErdoberflĂ€che, der von BĂ€umen dominiert wird und eine gewisse, vom Deutungszusammenhang abhĂ€ngige Mindestdeckung und MindestgröĂe ĂŒberschreitet.
Die Definition von Wald ist notwendigerweise vagecite-ref-bennett-1-0[1] und hĂ€ngt vom Bedeutungszusammenhang (alltagssprachlich, geographisch, biologisch, juristisch, ökonomisch, kulturell usw.) ab.cite-ref-lund2002-2-0[2]cite-ref-3[3] PrĂ€zisere Definitionen decken jeweils nur einen Teil des Bedeutungszusammenhangs ab. Eine in der deutschen Forstwissenschaft verbreitete Definition definiert Wald als eine Pflanzenformation, die âim Wesentlichen aus BĂ€umen aufgebaut ist und eine so groĂe FlĂ€che bedeckt, dass sich darauf ein charakteristisches Waldklima entwickeln kannâ.cite-ref-burschel-huss-1995-4-0[4] Nach § 2 des deutschen Bundeswaldgesetzes ist ein Wald â⊠jede mit Forstpflanzen bestockte GrundflĂ€che. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete GrundflĂ€chen, Waldwege und Lichtungenâ.
Contents
âą Zeithorizonte
âą NatĂŒrlichkeit
⹠UrwÀlder
âą Plantagen
âą Funktionen
âą Sonderfunktionen
âą Deutschland
âą Ăsterreich
âą Schweiz
âą Weitere
âą Tag des Waldes
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Medien
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Wortherkunft und Begrifflichkeiten
Das Wort Wald (von gleichbedeutend mittelhochdeutsch/althochdeutsch walt) beruht auf einem rekonstruierten urgermanischen *walĂŸu âBĂŒschelâ, in diesem Fall âLaubwerkâ, âZweigeâ, das seinerseits aus indogermanisch *wolÉt âdichtbewachsenâ hervorgegangen sein könnte. Auch eine Verwandtschaft zu lateinisch vellere ârupfenâ (vgl. Wolle) ist möglich.
Der umgangssprachliche Begriff Wald deckt sich in den typischen FĂ€llen auch mit den fachlichen Definitionen. Zu den BedeutungsrĂ€ndern hin wird der Begriff unscharf und umfasst FlĂ€chen und Vegetationsformen, die je nach Auffassung und verwendeter Definition entweder als Wald gelten können oder nicht. Bei einem weltweiten Ăberblick wurden allein in juristischem Zusammenhang 63 voneinander verschiedene, nationale Definitionen von âWaldâ gezĂ€hlt, fĂŒr den fĂŒr die Definition wesentlichen Begriff âBaumâ 149 Definitionen.cite-ref-lund2002-2-1[2] Wichtig ist die Abgrenzung zum Beispiel gegenĂŒber Plantagen aus Baumarten (zum Beispiel auch Energieholz-Plantagen, Ălpalmen-Plantagencite-ref-5[5]) baumbestandenen Parks und GrĂŒnanlagen, zumindest teilweise baumbestandenem Weideland (im englischen Sprachraum unter rangeland gefasst, z. B. auch Almen)cite-ref-6[6] und offenen, zum Beispiel durch Beweidung oder Ăbernutzung degradierten, nur teilweise baumbestandenen FlĂ€chen, aber auch natĂŒrlicherweise teilweise offenen Baumsavannen.
walddefinitionNeben zahlreichen anderen, teilweise metaphorischen Verwendungen (wie zum Beispiel âSchilderwaldâ, âTangwaldâ) sind vier BedeutungszusammenhĂ€nge wesentlich.cite-ref-lund2002-2-2[2] Zu beachten ist, dass gemÀà jeder der folgenden Definitionen FlĂ€chen als Wald definiert werden können, die nach den anderen jedoch nicht als ein solcher gelten wĂŒrden:
âą Juristische Definition: Wald ist eine FlĂ€che, die unter der jeweiligen Gesetzgebung nach den im Gesetz genannten Kriterien als ein solcher definiert ist. Im deutschsprachigen Raum sind dies in Deutschland das Bundeswaldgesetz,cite-ref-7[7] in Ăsterreich das Forstgesetzcite-ref-8[8] und in der Schweiz das Waldgesetz (WaG)cite-ref-9[9]. GemÀà dieser Definitionen sind auch nicht-baumbestandene FlĂ€chen enthalten (forstlich teilweise als âNichtholzbodenâ bezeichnet): zum Beispiel Wildwiesen, HolzlagerplĂ€tze, SturmwurfflĂ€chencite-ref-10[10] und KahlschlĂ€ge.cite-ref-11[11]
âą Ăkonomische Definition: Wald ist jede FlĂ€che, die forstwirtschaftlich genutzt wird (Wirtschaftswald bzw. Forst). GemÀà dieser Definition sind gĂ€rtnerisch und landwirtschaftlich genutzte FlĂ€chen kein Wald, beispielsweise Energieholzplantagen, Weihnachtsbaumkulturen, Waldweiden mit vorwiegender Weidefunktion, spontan wiederbewaldete Brachen, aber auch dicht baumbestandene Stadtparks und Waldfriedhöfe.
⹠Vegetationsstrukturelle Definition: Wald ist eine baumbestandene FlÀche einer bestimmten Ausdehnung mit einem Mindest-Deckungsgrad der Baumschicht. GemÀà dieser Definition verliert eine FlÀche ihren Waldcharakter, wenn der Anteil der BÀume pro FlÀcheneinheit einen bestimmten, definierten Schwellenwert unterschreitet.cite-ref-12[12] Dies ist vor allem in Regionen der Welt mit schwach entwickelter Verwaltung oder in sehr unzugÀnglichen Regionen aktuell von Interesse, bei denen der Waldanteil mit Fernerkundung per Satellitenmessung bestimmt wird. So hÀngt zum Beispiel die in Statistiken und Aufstellungen angegebene WaldflÀche der Erde insgesamt in kritischer Weise von der Wahl des Schwellenwerts ab. Dieser unterliegt, z. B. in Klimaschutz-Abkommen, politischer Einflussnahme.cite-ref-13[13]
âą Ăkologische Definition: Wald umfasst Biozönosen, deren Lebensgemeinschaft durch Arten gekennzeichnet ist, die an waldtypische ökologische Faktoren bzw. Standortfaktoren angepasst sind, insbesondere an eine reduzierte BeleuchtungsstĂ€rke, das Waldinnenklima und die Waldböden. GemÀà dieser Definition hĂ€ngt Wald kritisch von einer MindestgröĂe ab, die notwendig ist, um das Minimumareal der Arten zu gewĂ€hrleisten. Diese FlĂ€che kann deutlich gröĂer sein als es juristische Definitionen vorsehen oder bestimmen.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
International bedeutsame Walddefinitionen sind zum Beispiel:
âą Definition der FAO: Wald umfasst natĂŒrliche und angepflanzte WĂ€lder (plantations). Der Begriff wird verwendet fĂŒr LandflĂ€chen mit einem Mindestanteil der KronenflĂ€che der BĂ€ume von 10 %, auf einer FlĂ€che von mindestens 0,5 ha. WĂ€lder werden sowohl durch das Vorkommen von BĂ€umen, wie durch das Fehlen anderer vorherrschender Landnutzungsformen definiert. Die BĂ€ume mĂŒssen eine Mindesthöhe von 5 m erreichen können. JungbestĂ€nde, deren BĂ€ume die notwendige KronenflĂ€che und Höhe bisher nicht erreicht haben, bei denen dies aber spĂ€ter zu erwarten ist, und nur vorĂŒbergehend unbestockte FlĂ€chen werden zum Wald gerechnet. Der Ausdruck umfasst WĂ€lder, die fĂŒr die Produktion, den Schutz, den Naturschutz oder mehrere dieser Zwecke genutzt werden (zum Beispiel Nationalparks, Naturschutzgebiete und andere Schutzgebiete), und auch WaldbestĂ€nde der Agrarlandschaften, wie zum Beispiel Windschutzpflanzungen, mit einer Mindestbreite von 20 Metern, Kautschuk- und Korkeichen-Plantagen. AusdrĂŒcklich landwirtschaftlichen Zwecken dienende BaumbestĂ€nde, wie zum Beispiel Obstbaumplantagen, und Agrarforstsysteme sind ausgeschlossen.cite-ref-16[16] Die Definition der FAO schlieĂt jedoch Baum-Plantagen beispielsweise von Eukalypten nicht aus, die ökologisch als weitgehend wertlos gelten. Gegen diese Walddefinition regt sich daher unter Nichtregierungsorganisationen heftiger Widerstand.cite-ref-csap-durban-org-17-0[17]cite-ref-wrm-org-uy-18-0[18] Die Organisationen Timberwatch, Rettet den Regenwald und andere haben daher wĂ€hrend des World Forestry Kongresses 2015 in Durban eine Petition an die FAO ĂŒbergeben, die Definition zu Ă€ndern.cite-ref-regenwald1013-19-0[19]cite-ref-regenwald6723-20-0[20]
geschlossener-wald
âą Definition der UNESCO: Geschlossener Wald (forest) umfasst gemÀà der Definition der UNESCO BestĂ€nde von BĂ€umen mit einer Wuchshöhe gröĂer als 5 m (in borealen Gebieten: 3 m, in den Tropen: 8â10 m), deren Kronendach geschlossen ist. BestĂ€nde mit Wuchshöhe gröĂer als 5 m mit offenem Kronendach werden als âOffenwaldâ (woodland) definiert, sofern ihre Deckung 40 % ĂŒberschreitet (d. h., der Abstand zwischen zwei Baumkronen höchstens dem Durchmesser der Krone entspricht).cite-ref-21[21]
âą Definition der UNFCCC: Wald ist gemÀà der Definition der UNFCCC eine mit BĂ€umen bestandene LandflĂ€che von mindestens 0,05â1 ha FlĂ€che mit einem Deckungsgrad der Baumkronen (oder entsprechendem BestockungsmaĂ) von mehr als 10â30 %, mit BĂ€umen, die eine minimale Wuchshöhe von 2â5 m in situ erreichen können. Ein Wald kann entweder geschlossen sein, wenn BĂ€ume der verschiedenen Stockwerke und der Unterwuchs einen hohen Prozentsatz des Bodens ĂŒberdecken, oder auch offen. NatĂŒrliche JungbestĂ€nde und alle Pflanzungen (plantations), welche eine Kronendeckung von 10â30 % oder Höhe von 2â5 m erst spĂ€ter erreichen können, werden unter Wald gerechnet, wie auch dazugehörige FlĂ€chen, welche temporĂ€r durch menschliche EinflĂŒsse wie Kahlschlag oder aus natĂŒrlichen GrĂŒnden unbestockt sind, wenn ihre RĂŒckentwicklung zum Wald zu erwarten ist.cite-ref-22[22] Die Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls können aus den in der Definition offen gelassenen Spannbreiten frei einen fĂŒr ihr Land geltenden Wert auswĂ€hlen, es wird aber erwartet, dass sie bei dieser Wahl bleiben, also nicht spĂ€ter den Waldanteil durch VerĂ€nderung der Schwellenwerte nach oben oder unten verĂ€ndern bzw. manipulieren.cite-ref-23[23]
Klimatische Bedingungen
Die Verbreitung jeglicher Waldgesellschaften ist vor allem von den klimatischen Wachstumsbedingungen fĂŒr BĂ€ume abhĂ€ngig: Eine mittlere Lufttemperatur von +6 °C in einer Vegetationsperiode von mindestens drei Monaten bildet die Untergrenze fĂŒr ungestörten Baumwuchscite-ref-k-rner-2-24-0[24] und etwa 400 mm (in Randlagen bis unter 200 mm) Jahresniederschlag gelten als hygrisches Minimum.cite-ref-25[25]
Mit abnehmendem Niederschlag geht der Wald in baumfreie Offenlandschaften ĂŒber. FĂŒr Hochlagen und kalte Klimate ist die Dauer der Vegetationsperiode fĂŒr den Erfolg der Vegetation entscheidend. Ab einer (je nach Klimazone unterschiedlichen) bestimmten Meereshöhe beziehungsweise einer hohen geografischen Breite (zumeist jenseits der Polarkreise) gibt es eine Waldgrenze, jenseits derer der Baumbewuchs immer offener wird und zunehmend KrĂŒppelformen aufweist. Auf diese Krummholzzone folgt die Baumgrenze, oberhalb derer ĂŒberhaupt keine BĂ€ume mehr wachsen können.
Laut einer Studie der ETH ZĂŒrich gibt es weltweit schĂ€tzungsweise 3040 Milliarden BĂ€ume.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
Waldökosysteme und Verbreitung
WĂ€lder sind komplexe Ăkosysteme. Mit optimaler Ressourcenausnutzung sind sie das produktivste Landökosystem. Nach den Ozeanen sind sie die wichtigste EinflussgröĂe des globalen Klimas. Sie stellen gegenĂŒber anderen Nutzungsformen global die einzig wirksame KohlendioxidÂsenke dar und sind die wichtigsten SauerstoffÂproduzenten. Sie wirken ausgleichend auf den globalen Stoffhaushalt. Ihr Artenreichtum ist ein unschĂ€tzbarer Genpool, dessen Bedeutung zunehmend auch in der Industrie erkannt wird.
Im Allgemeinen werden Waldökosysteme nach drei Leitkriterien untergliedert:cite-ref-28[28]
âą Arteninventar: Welche Arten kommen in einem Wald vor?
âą Struktur (horizontale und vertikale Dimensionen): Wie hoch sind die BĂ€ume? Wie dicht stehen sie? Welche vertikalen Schichten sind vorhanden (Krautschicht, Strauchschicht, Baumschichten usw.)?
⹠AblÀufe: Welche Prozesse laufen wie ab (NÀhrstoffkreislauf, Nahrungskette, Sukzession, BestÀubung und viele andere Prozesse)?
RĂ€umliche Einteilung
Die Entwicklung zu den verschiedenen Waldformationen ist insbesondere auf klimatische Faktoren zurĂŒckzufĂŒhren. Die vorherrschenden Temperaturen und NiederschlĂ€ge sowie ihr Jahres- und Tagesgang in den unterschiedlichen Klimazonen der Erde haben zu den Vegetationszonen, Zonobiomen und Ăkozonen gefĂŒhrt, denen jeweils bestimmte Waldtypen zugeordnet werden. Zudem fĂŒhrt der thermische Höhengradient in den Höhenstufen der Gebirge zu verschiedenen, ĂŒberlagernden Orobiomen. Hier entstanden die extrazonalen Bergwaldformen der Gebirgsklimata, die den vergleichbaren zonalen WĂ€ldern mehr oder weniger Ă€hneln. SchlieĂlich bedingen besondere edaphische StandortverhĂ€ltnisse (etwa DĂŒnen, Felsen, Moore, KĂŒsten) azonale Waldtypen wie Au-, Sumpf-, Bruch- oder MangrovenwĂ€lder, die ebenfalls von den typischen zonalen Waldformationen der jeweiligen Umgebung abweichen.
Da geschlossene WĂ€lder typische Pflanzenformationen humider Klimate mit mindestens mehrmonatigen gemĂ€Ăigten Temperaturen sind, gehen sie bei zunehmender AriditĂ€t und KĂ€lte ĂŒber immer offeneres Wald- und Buschland in gehölzfreie Vegetationstypen ĂŒber: So etwa in der borealen Zone ĂŒber die Waldtundren in die Tundren und KĂ€ltewĂŒsten, in der gemĂ€Ăigten Zone ĂŒber die Waldsteppen in die Steppen und winterkalten WĂŒsten, sowie von den Subtropen ĂŒber die Macchie und von den Tropen ĂŒber die verschiedenen Savannentypen in die heiĂen WĂŒsten.
Die ausgedehntesten Waldgebiete der Erde sind die tropischen RegenwĂ€lder um den Ăquator und die borealen WĂ€lder der kaltgemĂ€Ăigten Gebiete der Nordhalbkugel (Skandinavien, Russland, Alaska und Kanada).
Wald-Ăkosysteme sind als naturbelassene âUrwĂ€lderâ weder ein zeitlich starres noch ein rĂ€umlich homogenes Gebilde, sondern Mosaike aus zonaler, azonaler und extrazonaler Vegetation, deren einzelne FlĂ€chen (Patches) dem Einfluss der Tierwelt (InsektenfraĂ, Wildverbiss, Samenverbreitung durch Tiere u. Ă€.) sowie einer periodischen Entwicklung unterworfen sind.
Zeithorizonte
Die unterschiedlichen EinflĂŒsse, zeitliche Faktoren als Grundlage der Waldentwicklung sowie die resultierende Schlusswaldgesellschaft werden im Mosaik-Zyklus-Konzept und der Megaherbivorentheorie diskutiert.
Ăkologisch lĂ€sst sich eine Einteilung nach Sukzessionsstadien vornehmen: Das Mosaik-Zyklus-Konzept beschreibt die Formen der potenziell natĂŒrlichen Waldentwicklung. Zu einer vollstĂ€ndigen Artenausstattung (Flora und Fauna) von Klimaxwaldgesellschaften bedarf es Jahrhunderte ununterbrochener Bestockung. Auch die durch menschliche Nutzung eingestellten Bestandsformen lassen sich in natĂŒrlich vorkommende Sukzessionsstadien einordnen.
Die Megaherbivorentheorie misst den groĂen Pflanzenfressern eine gröĂere Bedeutung in der Waldentwicklung zu. Wie groĂ ihr Einfluss auf die Vegetation wĂ€re ohne Bejagung durch Menschen, aber mit Bejagung durch die in Mitteleuropa ausgestorbenen oder ausgerotteten Fleischfresser (Karnivoren), ist umstritten.
Einteilung der Waldgesellschaften nach Vegetationszonen
WĂ€lder der Tropen
Zwischen den Wendekreisen der Sonne, in tropischen Klimaten, bildet sich bei entsprechender Feuchteversorgung durch Regen (1800â2000 mm) eine Vielfalt von verschiedenartigen Regen- und NebelwĂ€ldern aus. Ein regionsweise hoher Anteil kann dabei im sogenannten âKleinen Wasserkreislaufâ aus der Verdunstung des Waldes selbst entstammen, soweit diese WaldflĂ€chen eine gewisse GröĂe nicht unterschreiten.
Ein ganzjĂ€hriges Wachstum haben tropische RegenwĂ€lder, die die artenreichsten Landökosysteme der Erde sind. SchĂ€tzungsweise 70 % aller landgebundenen Arten dieser Erde leben in der tropischen Regenwaldzone. FĂŒr diese ProduktivitĂ€t spielt der Boden eine entscheidende Rolle. Die meisten tropischen RegenwĂ€lder stehen auf LateritÂboden. Dieser ist sehr unfruchtbar, weil er kaum NĂ€hrstoffe speichert. In Einflussbereichen des sauren und sauerstoffarmen Schwarzwassers (zum Beispiel am Rio Negro) gedeihen SchwarzwasserwĂ€lder. Es gibt Tiefland-RegenwĂ€lder und RegenwĂ€lder in mittleren Höhenlagen.
Mit zunehmender Höhe gehen in diesem Klima die RegenwĂ€lder in GebirgsregenwĂ€lder, Wolken- und NebelwĂ€lder ĂŒber. In einem Wolkenwald wachsen zahlreiche Epiphyten. Dieser ĂŒppige Bewuchs wird nur noch von den BergnebelwĂ€ldern ĂŒbertroffen, die in den feuchtheiĂen Tropen ab 2000 m ĂŒber dem Meer anzutreffen sind. Hier findet man vor allem Hautfarne.
Oberhalb der echten BergnebelwĂ€lder gehen tropische WĂ€lder ab 3100 m Höhe (in Afrika am Kilimandscharo) oder ab 4000 m Höhe in den Anden in einen niederwaldartigen Bewuchs ĂŒber. Mit zunehmender Höhe beginnt der hochandine Bereich ĂŒber der Baumgrenze, der Paramo.
In der GezeitenÂzone tropischer KĂŒsten wachsen MangrovenwĂ€lder, die allerdings von einem starken RĂŒckgang betroffen sind. Die Flora der MangrovenwĂ€lder beschrĂ€nkt sich auf eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig kleine Anzahl von Mangrovenbaumarten mit speziellen Anpassungen an die schwierigen Lebensbedingungen dieses Lebensraums (z. B. SalinitĂ€t, periodische Ăberflutung oder Brandung). Die höchste Vielfalt beobachtet man im indopazifischen Raum; Westafrika und Amerika beherbergen nur eine geringe Anzahl von Mangrovenbaumarten. In Richtung auf die nördlichen oder sĂŒdlichen Verbreitungsgrenzen geht die Artenzahl weiter zurĂŒck, so kommt z. B. am Sinai (Ăgypten) oder im nördlichen Neuseeland nur eine Art der Gattung Avicennia (Avicennia marina) vor. Trotz der Artenarmut der Flora nutzt eine Vielzahl von Tieren die MangrovenwĂ€lder.
WĂ€lder der Subtropen
Als ĂbergĂ€nge zu den RegenwĂ€ldern bilden sich die SaisonregenwĂ€lder, die in mehr oder weniger regelmĂ€Ăigeren AbstĂ€nden nicht durch Regen bewĂ€ssert werden. Sie wachsen in Gebieten, die noch meistens niederschlagsreich sind, aber schon eine kĂŒrzere Trockenzeit aufweisen.
In den Subtropen bilden sich unter dem Einfluss von Jahreszeiten in der NĂ€he der Wendekreise die MonsunwĂ€lder, die von den mit den namensgebenden Winden herangetragenen RegengĂŒssen bewĂ€ssert werden. Diese RegenzeitwĂ€lder haben keine typische Form, sind sehr variabel und prĂ€gen sich je nach Dauer der Trockenheit aus. Sie werfen unter normalen UmstĂ€nden durch Trockenheit deutlich Laub ab. Die LorbeerwĂ€lder der immerfeuchten Ostseitenklimate sind hingegen wieder immergrĂŒn.
Trockenkahle WĂ€lder gedeihen in Gebieten mit lĂ€nger anhaltenden jĂ€hrlichen Trockenzeiten und werfen in solchen vollstĂ€ndig ihr Laub ab. Sie grenzen an Passat- und MonsunwĂ€lder einerseits und an DornwĂ€lder andererseits. Sie werden hĂ€ufig bewirtschaftet und sind durch die Nachfrage an Teak und Mahagoni schon nicht mehr in ihrem natĂŒrlichen Zustand. Die Afrikanische Variante der trockenkahlen WĂ€lder heiĂt Miombo.
Bei lĂ€nger anhaltenden Trockenzeiten können in Venezuela, Brasilien, Indien, Nepal und Afrika nur noch DornwĂ€lder gedeihen. Sie bestehen aus Schirmakazien, Mimosen- und Caesalpinaceen-Arten. Die trichterförmigen Kronen der BĂ€ume stehen schĂŒtter und fangen den geringen Sommerregen auf. Einige DornwĂ€lder sind auch durch die menschliche Nutzung aus trockenkahlen WĂ€ldern entstanden.
Bei weiter abnehmenden Niederschlagsmengen entstehen SukkulentenwĂ€lder und schlieĂlich die Savanne. Neben der Beweidung, der Brandrodung und dem HolzfĂ€llen des Menschen ĂŒben Termiten einen Einfluss auf die WĂ€lder der Subtropen aus.
WĂ€lder der warmtemperierten Zone
In dieser Zone finden sich sowohl HartlaubwĂ€lder als auch LaubwĂ€lder warm-feuchter Klimate. Erstere sind geprĂ€gt durch Hartlaubvegetation, also immergrĂŒne Pflanzen mit Anpassungen an lange Phasen der Trockenheit im Sommer. Man findet diesen Bereich z. B. am Mittelmeer.cite-ref-fischer-29-0[29] Eine typische Baumart in solchen WĂ€ldern ist die Steineiche.
LaubwĂ€lder warm-feuchter Klimate wachsen an der Ostseite der Kontinente mit krĂ€ftigen Monsunregen im Sommer und hohen Temperaturen; auĂerdem bei sommertrocken-winterfeuchtem Klima, wenn eine regelmĂ€Ăige Wolkenbildung die Sommertrockenheit abschwĂ€cht.cite-ref-fischer-29-1[29]
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WĂ€lder der kĂŒhltemperierten Zone
auch Nemorale Zone (bisweilen differenziert fĂŒr die Nordhalbkugel und Australe Zone fĂŒr die SĂŒdhalbkugel)
âą SommergrĂŒner Laubwald und Mischwald der gemĂ€Ăigten Zone
âą Bruchwald
âą Auwald
WĂ€lder der boreonemoralen Ăbergangszone
⹠Hemiboreale Nadel-LaubmischwÀlder
Boreale WĂ€lder
Der boreale Nadelwald (Taiga) umfasst einen Bereich von 1,4 Milliarden ha (14 Millionen kmÂČ) bzw. etwa ein Drittel der GesamtwaldflĂ€che der Erde. Etwa 150 Millionen ha davon sind jedoch, bedingt durch Sturm oder Feuer, vorĂŒbergehend nicht bestockt. Die boreale Klimazone schlieĂt sich an den SĂŒden der arktischen Tundra an und umfasst eine Nord-SĂŒd-Ausdehnung von 700 km in Europa und Nordamerika sowie bis zu 2000 km in Sibirien. Die West-Ost-Ausdehnung umfasst das gesamte Eurasien von Norwegen bis Kamtschatka, dazu Kanada. Sie ist somit das ausgedehnteste geschlossene Waldgebiet der Erde. Boreale WĂ€lder existieren nur auf der Nordhalbkugel. Die Vegetation wird in der Baumschicht von Nadelhölzern dominiert, insbesondere Sibirische LĂ€rche, Fichten, Zirbelkiefer und Gemeine Kiefer.
NatĂŒrlichkeit
WĂ€lder kommen ihrem natĂŒrlichen (ahemeroben) Zustand umso nĂ€her, je weniger ihre Baumartenzusammensetzung durch kulturellen menschlichen Einfluss verĂ€ndert ist und je weniger ihre Zusammensetzung und Organisationsweise von der zusĂ€tzlichen Zufuhr von Energie in die biologischen Produktionsprozesse ĂŒber die einstrahlende Sonnenenergie hinaus abhĂ€ngig ist.cite-ref-burschel-huss-1995-4-1[4]
UrwÀlder
UrwĂ€lder (auch: PrimĂ€rwĂ€lder) sind die natĂŒrlichsten Waldökosysteme. Sie sind nach Definition der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) Waldgebiete, die eine natĂŒrliche Vegetation aufweisen, ohne sichtbaren menschlichen Einfluss sind und deren natĂŒrliche Dynamik ungestört verlĂ€uft. Weltweit entsprachen im Jahr 2005 etwa 36 % aller WĂ€lder diesen Kriterien, wobei auch bereits wiederhergestellte WĂ€lder dieser Definition der FAO genĂŒgen können. Die FlĂ€che wird um jĂ€hrlich 6 Millionen ha reduziert.cite-ref-31[31]
Umgangssprachlich versteht man unter Urwald hÀufig nur den tropischen Regenwald, der Begriff bezieht sich aber auch auf die Taiga der Nordhalbkugel, auf Bergwald, auf Busch weltweit und auf viele andere Waldformationen.
UrwĂ€lder auĂerhalb Europas
Nach der strengen IFL-Definition (siehe KartenerlĂ€uterung) sind nur noch 21 % der WĂ€lder der Erde unberĂŒhrte UrwĂ€lder, wobei Französisch-Guyana mit 79 % den höchsten Anteil von Urwald am Gesamtwald eines Staates verzeichnet.cite-ref-ifl-32-0[32]
Den gröĂten Anteil an der gesamten UrwaldflĂ€che weltweit haben mit jeweils rund 36 % die UrwĂ€lder SĂŒdamerikas (gröĂtenteils Tropischer Regenwald) sowie die borealen NadelwĂ€lder in der kaltgemĂ€Ăigten Zone im Norden Nordamerikas und Eurasiens. Die ĂŒbrigen UrwĂ€lder Eurasiens in der kĂŒhlgemĂ€Ăigten Zone, Subtropen und Tropen machen weitere 15 % aus, darauf folgt Afrika mit knapp 8 %.cite-ref-33[33] Nach der Studie Frontier Forests des World Resources Institute von 1997 entfĂ€llt der geringste FlĂ€chenanteil der UrwĂ€lder der Erde mit 3 % auf die sommergrĂŒnen LaubwĂ€lder und MischwĂ€lder der kĂŒhlgemĂ€Ăigten Zone.cite-ref-34[34]
Trotz weltweiter Anstrengungen zum Schutz der UrwĂ€lder ging ihre FlĂ€che von 2000 bis 2013 um 7,2 % zurĂŒck, was rund 90 Millionen Hektar und damit etwa der FlĂ€che Nigerias entspricht. Rund 60 % des RĂŒckgangs entfiel auf die tropischen RegenwĂ€lder (vor allem im Amazonasbecken, zudem im Kongobecken und in SĂŒdostasien), 19 % auf die borealen NadelwĂ€lder in der kaltgemĂ€Ăigten Zone. 52 % der Verluste aller IFL liegen in den drei LĂ€ndern Kanada, Russland und Brasilien, in denen aber auch zwei Drittel aller IFL-Gebiete liegen. Global gelten nur 12,4 % der IFL als geschĂŒtzt.cite-ref-ifl-32-1[32]
Die Hotspots der Urwaldvernichtung lagen zwischen 2000 und 2020cite-ref-ifl-35-0[35]
âą im SĂŒden des Mittelsibirischen Berglandes,
âą im Nordosten, dem gesamten SĂŒden und Westen des Amazonasbeckens,
âą am gesamten SĂŒd- und Westrand der kanadischen Flachlandtaiga,
âą in Zentral-Alaska,
âą im Ostsibirschen Bergland
âą im Westteil des Kongobeckens,
âą im SĂŒdwesten und Norden der nordwestrussischen UrwĂ€lder,
âą in Neuguinea
âą und SĂŒdwest-Australien
UrwÀlder Europas
Nach den IFL-Kriterien gelten in Europa noch 6,4 % als intakte, natĂŒrliche Waldökosysteme. Weltweit stellen sie damit weniger als 3 % der UrwĂ€lder. Die weitaus gröĂten UrwĂ€lder Europas (ĂŒber 90 %) befinden sich in der Taiga Nordrusslands (westlich des Urals). AuĂerhalb Russlands existieren die gröĂten Urwaldgebiete in Fennoskandinavien, dort vor allem am FuĂe der Skanden in Schweden (rund 1,4 Millionen ha nach IFL-Standard).cite-ref-36[36] GegenĂŒber den auĂereuropĂ€ischen UrwĂ€ldern sind jedoch auch diese WĂ€lder vergleichsweise sehr klein,cite-ref-37[37] blieben jedoch im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts weitgehend unangetastet.cite-ref-ifl-35-1[35]
Die vorgenannten Urwaldareale sind fast ausschlieĂlich boreale NadelwĂ€lder oder GebirgswĂ€lder, lediglich 1 % der intakten NaturwĂ€lder liegen als âUrwaldrelikteâ in den Laub- und MischwĂ€ldern der warmgemĂ€Ăigten Klimazone. Da die Konzepte ĂŒber die Wiederbewaldung und Theorien ĂŒber die potentielle natĂŒrliche Vegetation nicht widerspruchsfrei sind, ist es darĂŒber hinaus schwierig, einen Urwald in den seit Jahrhunderten dicht besiedelten und stark genutzten Regionen Europas zu definieren. Besser eignet sich dazu das Mosaik-Zyklus-Konzept, das heute hĂ€ufiger herangezogen wird.
âą Die letzte groĂflĂ€chige â jedoch seit Beginn des 21. Jahrhunderts stark fragmentierte â Urwaldwildnis der warmgemĂ€Ăigten Klimazone Zentral-Europascite-ref-38[38] liegt in den westlichen SĂŒdkarpaten RumĂ€niens und umfasst insgesamt ein Gebiet von ĂŒber 100.000 ha (darin u. a. die Nationalparks Retezat und Domogled-Valea Cernei). Auf der IFL-Karte 2000â2013 ist sie jedoch als vollstĂ€ndig degradiert eingezeichnet.cite-ref-39[39] In RumĂ€nien befinden sich auch einige bedeutende RotbuchenurwĂ€lder, wie z. B. im Semenic-Gebiet der Westkarpaten. Der dortige Nationalpark Semenic-Cheile CaraÈului beherbergt einen zirka 5000 ha groĂen Urwaldbereich mit bis zu 140 cm (Brusthöhendurchmesser) starken und bis zu 50 m hohen Rotbuchen. Das Alter der Ă€ltesten Rotbuchen wird mit 350â400 Jahren angegeben. GröĂter Baum ist eine Bergulme mit einem Brusthöhendurchmesser von 198 cm.
âą RotbuchenurwĂ€lder sind auch in den ukrainischen und slowakischen Waldkarpaten erhalten geblieben. Sie zĂ€hlen seit Juli 2007 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der mit etwa 10.000 ha gröĂte Rotbuchenurwald befindet sich im Uholsko-Shyrokoluzhanskyy-Massiv, einem bis zu 1501 m hohen Kalkmassiv nordöstlich der Stadt Chust.
âą AuĂerdem gelten noch einige Teile der Dinarischen BergwĂ€lder, darunter die Nationalparke Sutjeska in Bosnien und Herzegowina sowie Biogradska Gora in Montenegro, als UrwĂ€lder, die mit bis zu 63 m hohen Fichten und 60 m hohen Tannen auch die höchsten BĂ€ume in Europa bergen.
âą Ein weiteres bedeutendes Urwaldrelikt der mediterranen Ăkozone findet sich zudem im Orjen in Montenegro, wo auch seltene Waldgesellschaften wie der Dinarische Karst-Blockhalden-Tannenwald sowie Schlangenhaut-Kiefer-FelswĂ€lder auftreten.
âą In Niederösterreich gibt es mit dem Wildnisgebiet DĂŒrrenstein Mitteleuropas gröĂtes Urwaldgebiet mit 3500 ha, wovon etwa 400â500 ha seit der letzten Eiszeit keine Axt mehr gesehen haben.
⹠Die BergwÀlder des Hochgebirges der Alpen sind in ihrem Bestand als relativ naturnah anzusehen, soweit sie abgelegen oder unzugÀnglich sind. Trotzdem haben sich auch hier weitrÀumig Ersatzgesellschaften etabliert oder sind durch Almen vollstÀndig ersetzt.
âą In der Schweiz gibt es drei Urwaldrelikte: den Bödmerenwald im Kanton Schwyz (mit einem unberĂŒhrten Kernbereich von rund 150 ha), den Tannenurwald von Lac de Derborence im Kanton Wallis (22 ha) und den Fichtenwald ScatlĂšcite-ref-40[40]cite-ref-41[41] bei Brigels im Kanton GraubĂŒnden (9 ha).
âą Ein urwaldĂ€hnlicher Mischwald befindet sich im BiaĆowieĆŒa-Nationalpark zwischen Polen und Belarus. Dieses Gebiet ist bekannt fĂŒr seine mĂ€chtigen Eichen, Ulmen, Eschen und Linden; die Buche fehlt, da es auĂerhalb ihres Verbreitungsgebietes liegt.
âą In Deutschland gibt es keine echten UrwĂ€lder mehr. UrwaldĂ€hnliche, naturnahe Relikte minimaler GröĂe (~20â40 ha) liegen zum Beispiel im und um den Nationalpark Bayerischer Wald (am Höllbachgspreng, MittelsteighĂŒtte und Arberseewand), im Nationalpark Harz, im ThĂŒringer Wald und in Nordhessen (siehe hierzu Nationalpark Kellerwald-Edersee).cite-ref-42[42] Urwaldartige Strukturen weisen auch die alten RotbuchenwĂ€lder im Zentrum des Nationalparks Hainich auf, die seit den 1960ern keiner menschlichen Nutzung mehr unterliegen. Mit ĂŒber 5000 ha befindet sich im Nationalpark Hainich auch die aktuell gröĂte nicht genutzte LaubwaldflĂ€che Deutschlands.
In Vorderasien befindet sich am östlichen Rande des Buchenareals zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer der letzte groĂflĂ€chige, ĂŒber Relikte hinausgehende Urwald, der teilweise die potentiell natĂŒrlichen Waldgesellschaften Mitteleuropas reprĂ€sentiert: 300.000 ha von 2.000.000 ha im Iran wurden noch 1998 als âunberĂŒhrtâ bezeichnet (Kaspischer Hyrcania-Mischwald).
Siehe auch
:
Wildnis
Naturnahe WirtschaftswÀlder
Ein Wald kann als verhĂ€ltnismĂ€Ăig naturnah gelten, wenn die Baumpopulation einheimisch und die Zusammensetzung gĂ€nzlich oder annĂ€hernd natĂŒrlich ist. Trotzdem sind solche WirtschaftswĂ€lder ökonomischen Zielsetzungen unterworfen, die eine Festlegung des Erntealters lange vor Erreichen der natĂŒrlichen Altersgrenze herbeifĂŒhren. In Mitteleuropa sind solche WĂ€lder den Standorten entsprechend oft durch Buchen geprĂ€gt, durch BergmischwĂ€lder, Edellaubholz und Kiefern. Nicht autochthone Eichen-WirtschaftswĂ€lder können noch als verhĂ€ltnismĂ€Ăig naturnah gelten.cite-ref-burschel-huss-1995-4-2[4]
Naturfernere WirtschaftswÀlder
Solche WĂ€lder sind gekennzeichnet durch fremdlĂ€ndische Baumarten mit oder ohne kĂŒnstlich herbeigefĂŒhrte eingeschrĂ€nkte genetische Vielfalt oder durch Baumarten, die an gegebene Standorte nicht angepasst sind. In vielen Gebieten sind dies Kiefern-Fichten-MischwĂ€lder und MischwĂ€lder unter der Beteiligung von LĂ€rche. Noch naturferner sind ungemischte Fichtenkulturen und LĂ€rchenbestĂ€nde der planaren und kollinen Stufe der Mittelgebirge,cite-ref-burschel-huss-1995-4-3[4] in den Alpen sind reine FichtenwĂ€lder ĂŒber der Fichten-Tannen-Stufe, und darĂŒber die LĂ€rchenstufe heimisch.
Plantagen
PlantagenwĂ€lder stellen die naturfernsten Waldsysteme der Erde dar. Sie bestehen in der Regel aus nur einer einzigen schnellwĂŒchsigen Baumart (oft Eukalypten und bestimmte Kiefern wie beispielsweise Monterey-Kiefer). Plantagen stellen eine Ăbergangsform zur Landwirtschaft dar und sind gekennzeichnet durch eine intensive Bodenbearbeitung, den regelmĂ€Ăigen Einsatz von DĂŒngemitteln und Pestiziden und sehr kurze Umtriebszeiten von oft weniger als 10 Jahren. Das Pflanzenmaterial wird durch ZĂŒchtungen konstant verbessert.cite-ref-burschel-huss-1995-4-4[4] Die ZĂŒchtungen werden in der Regel massenhaft geklont. Unter anderem kommen auch genetisch modifizierte Organismen zum Einsatz.
Plantagen zeichnen sich durch eine vergleichsweise sehr hohe RentabilitĂ€t (nicht selten im Bereich von 15â20 %) aus; in Mitteleuropa sind Plantagen selten vorzufinden. Pappelkulturen gewinnen jedoch als EnergietrĂ€ger an Bedeutung. Geregelte Forstwirtschaft findet besonders in LĂ€ndern der sĂŒdlichen HemisphĂ€re beinahe ausschlieĂlich in Form von Plantagen statt.
UmweltschĂŒtzer warnen, dass Baum-Plantagen ökologisch weitgehend wertlos sind, das Grundwasser schĂ€digen und zu sozialen Konflikten fĂŒhren. Gegen diese Fake Forests bzw. planted forests regt sich daher unter Nichtregierungsorganisationen heftiger Widerstand.cite-ref-csap-durban-org-17-1[17]cite-ref-wrm-org-uy-18-1[18] Die Organisationen Timberwatch, Rettet den Regenwald und andere haben daher wĂ€hrend des World Forestry Congress 2015 in Durban eine Petition an die FAO ĂŒbergeben, die Definition von Wald zu Ă€ndern.cite-ref-regenwald1013-19-1[19]cite-ref-regenwald6723-20-1[20]
Funktionen
WĂ€lder erfĂŒllen im Wesentlichen drei Gruppen von Kernfunktionen: die ökonomischen (wirtschaftlicher Nutzen), die ökologischen (Schutz des Lebensraums, der Lebensgrundlagen) und die sozialen Funktionen (Erholung/Freizeitraum). Hinzu kommen noch einige Sonderfunktionen. Manche dieser Funktionen werden durch den Wald ohne Zutun des Menschen erbracht (beispielsweise die Erzeugung von Sauerstoff), andere werden erst durch die Leistungen der Forstwirtschaft ermöglicht (z. B. Waldwege, die auch das Fahrradfahren ermöglichen). Die Realisierung der vielfĂ€ltigen Funktionen obliegt dem Besitzer des Waldes. Werden alle Funktionen gleichzeitig, ausreichend und ohne Verlust ihrer Grundlage sowie RegenerationsfĂ€higkeit erbracht, so spricht man von nachhaltiger Forstwirtschaft. FĂŒr das Jahr 1997 wurden die jĂ€hrlich weltweit erbrachten Waldfunktionen auf einen Wert von 4,7 Billionen US-Dollar geschĂ€tzt.cite-ref-43[43] Das entsprach damals etwa einem Viertel des weltweiten Bruttosozialprodukts.
Durch diese Vielfalt der Anforderungen kommt es bei Bewirtschaftung und sonstigen Nutzungen zu Konflikten zwischen verschiedenen Interessengruppen (siehe unten). Ein Streitpunkt ist hierbei bspw., inwieweit ein Waldbesitzer tatsÀchlich zur alleinigen Erbringung (oft unentgeltlicher) Leistungen durch sein Eigentum verpflichtet ist.
WÀlder und Waldstreifen können Verkehrswege und urbane Bereiche optisch abschirmen. Inwieweit sie VerkehrslÀrm wesentlich reduzieren können, wird oft bestritten, obgleich der Effekt eigentlich leicht messbar ist.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45] Verschiedene Baumarten sind unterschiedlich effektiv in der LÀrmminderung.cite-ref-46[46] Landschaftsgestaltung und die Art der Bepflanzung neuer Verkehrswege kann den LÀrm gezielt weiter vermindern.cite-ref-47[47]
Welche Funktionen der Wald zu erfĂŒllen hat, ist bereits ein erster Gegenstand von Diskussionen. Auf internationaler Ebene werden dazu Vereinbarungen zwischen Staaten unter der Beteiligung von Interessengruppen getroffen. Der Katalog der Waldfunktionen wird dabei kontinuierlich erweitert. Nach dem Schema der Ministerkonferenz zum Schutz der WĂ€lder in Europa mĂŒssen WĂ€lder derzeit (Februar 2008) 17 Aspekte bzw. Funktionen berĂŒcksichtigen.
Wirtschaftliche Nutzung des Waldes
â
Hauptartikel
:
Forstwirtschaft
,
Altersklassenwald
und
Agroforstwirtschaft
Es wird in der wirtschaftlichen Nutzung des Waldes unterschieden:cite-ref-scbd-0-48-0[48]
⹠Holzproduktion zur stofflichen Nutzung als Material (Konstruktionsholz, Zellstofflieferant) oder als EnergietrÀger (Brennholz, Hackschnitzel, Holzkohle)
⹠intensivierte Nutzung durch Agroforstwirtschaft (Waldfeldbau, engl. agroforestry), insbesondere zur Gewinnung von Biomasse, zunehmend auch in ökologisch aufgewerteter Mischkultur
âą Non-timber forest products (NTFP): âNichtholzprodukte des Waldesâ als Nahrungsmittel und fĂŒr Heilzwecke (z. B. HeilkrĂ€uter, Waldbeeren, Bucheckern, Eicheln, Esskastanien oder sonstige NĂŒsse), sowie als Werkstoff, z. B. Korkeiche
âą Jagd und traditionell auch Viehwirtschaft, insbesondere Eichelmast in der kleinbĂ€uerlichen Schweineaufzucht, noch heute verbreitet in der Extremadura im SĂŒdwesten Spaniens (Dehesa)
Die phytogenen (pflanzlichen) Ressourcen â wie z. B. Holz â gehören zu den nachwachsenden Rohstoffen.
Historische Entwicklung
Seit der Urgeschichte des Menschen (JĂ€ger und Sammler) werden Bestandteile des Ăkosystems Wald als natĂŒrliche Ressource genutzt. Neben Tieren zĂ€hlen dazu auch Wildpflanzen wie Beeren, KrĂ€uter, Faserpflanzen sowie Speisepilze oder Sekrete wie Baumharz, Pech und Ăhnliches, Waldweide zur FĂŒtterung von Kulturtieren, Zeidlerei sowie Totholz als Brennstoff. Daneben entwickelte sich schon frĂŒh die Nutzung der lebenden BĂ€ume als Brenn-, Werk- und Baustoff: Bis zur wirtschaftlichen ErschlieĂung fossiler EnergietrĂ€ger war Holz aus dem Wald der wichtigste EnergietrĂ€ger. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich aufgrund einer durch Raubbau verursachten Holznot die Forstwirtschaft als Konzept zur nachhaltigen Nutzung: Vor dem Hintergrund einer ungeregelten, vernichtenden Ăbernutzung wurde der Wald zum Forst.
Weltweit haben WĂ€lder einen starken Wandel bezĂŒglich ihrer Nutzung und AusprĂ€gung erlebt. Je nach Nutzungsart und -intensitĂ€t bilden sich innerhalb eines Waldsystems Ersatzgesellschaften aus, die sich von der natĂŒrlich zyklischen Sukzession eines Urwaldes oft erheblich unterscheiden.
Siehe auch
:
Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
Forstwirtschaft
Die Forstwirtschaft erbringt auch Dienstleistungen (das genannte Beispiel des Waldwegebaus, die Sicherung dieser Wege) und GĂŒter, die jedoch von den NutznieĂern normalerweise nicht bezahlt werden mĂŒssen, da eine gesetzliche Grundlage dafĂŒr fehlt, oder weil die MĂ€rkte nicht existieren.cite-ref-scbd-37-49-0[49] Es liegt somit Marktversagen vor. Dies betrifft insbesondere die CO2-Speicherung und -sequestrierung, Tourismus und Naherholung sowie (besonders im Falle tropischer RegenwĂ€lder) genetisches Material.cite-ref-scbd-39-50-0[50] Auch die Erbringung von Boden-, Luft- und Wasserschutzfunktionen und der Erhalt von BiodiversitĂ€t werden in der Regel nicht vergĂŒtet.cite-ref-scbd-11-36-51-0[51]
Ăkologische Probleme
Zu ökologischen Problemen bei der zunehmenden Intensivierung der Waldbewirtschaftung können unter anderem eine ĂŒbermĂ€Ăige Abfuhr von Biomasse aus dem Wald sowie Bodenverdichtungen durch Forstmaschinen fĂŒhren.
âą auĂer klassischem Stammholz werden zunehmend auch Schwach- und Resthölzer zur Gewinnung von Hackschnitzeln genutzt und damit dem Ăkosystem als Humuslieferant verstĂ€rkt wichtige NĂ€hrstoffe entzogen. Dies kann zu NĂ€hrstoffmangel beim Neuaufwuchs fĂŒhren, beispielsweise fĂŒr Kalium und Phosphor, die als wasserlösliche Substanzen im Boden kaum vorkommen und oft nur sehr langsam durch Luftstaub oder Tierkot wieder zugefĂŒhrt werden.cite-ref-52[52]
âą Auch Pestizide, welche gegen ForstschĂ€dlinge versprĂŒht werden, z. B. Cyhalothrin, Cypermethrin und Tebufenozid, werden kritisch betrachtet.cite-ref-54[54]cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]
âą Die Anlage von Holzwegen oder Verkehrswegen durch WĂ€lder schafft Probleme, insbesondere fĂŒr wandernde Tiere, aber auch durch den davon ausgehenden LĂ€rm.cite-ref-57[57]
âą Der Wald zur Erholung generiert durch die Besucher groĂen Stress fĂŒr die Waldfauna, insbesondere durch Störungen von NisttĂ€tigkeiten und durch LĂ€rm. Gezielt MaĂnahmen können dem teilweise entgegenwirken.cite-ref-58[58]
âą Eine Gefahr fĂŒr trockene WĂ€lder, aber auch eine Gefahr, die von ihnen ausgeht, besteht in der Waldbrandgefahr. Bei den untersuchten WaldbrĂ€nden geht der GroĂteil auf den Einfluss des Menschen zurĂŒck, etwa 2/3 der WaldbrĂ€nde in Italien 2007 und ein fast ebensogroĂer Anteil 2005 und 2006 in Portugal wurden aktiv durch Brandstiftung verursacht.cite-ref-59[59] Eine der durch den Menschen mittelbar verursachten Risiken stellt die Entnahme von zu viel Wasser dar. Zur FrĂŒherkennung werden âintelligenteâ Sensoren entwickelt.cite-ref-60[60]
Schutzfunktionen (Ăkologie)
Böden
Wald schĂŒtzt den Boden, auf welchem er wĂ€chst, auf vielfĂ€ltige Weise vor Bodenerosion. Das Kronendach und der Stockwerkbau des Waldes vermindern die kinetische Energie von Regentropfen, Wind und WĂ€rmeeinstrahlung.cite-ref-62[62] Die Durchwurzelung bewirkt eine Festigung des Bodens und schĂŒtzt gegen Erosion auch durch Wind (Bodenabtragung). Typische Beispiele sind der Mangrovenwald im KĂŒstenschutz oder WĂ€lder als Schutz vor WĂŒstenbildung und Verkarstung.
Geodynamische Massenbewegungen
Der Lawinen-, Steinschlag- und Murenschutz ist als Waldfunktion in steilerem GelĂ€nde relevant. Der Entstehung von Lawinen wird vorgebeugt, herabbrechende Lawinen werden durch Wald in ihrer Wucht gebremst und zu groĂen Teilen abgefangen. Die regulative Kraft des Waldes auf Gesteins- und Erdbewegungen beruht in einer Kombination von Durchwurzelung und dem Puffern der erosiven KrĂ€fte von Wasser (Niederschlag, Versickerung, Wasserabfluss).
Wasserspeicher
Neben dem Schutz vor der erosiven Kraft von Wasser haben die WĂ€lder als Wasserspeicher groĂe Bedeutung fĂŒr den Wasserkreislauf der Erde und die VerfĂŒgbarkeit von Trinkwasser und BewĂ€sserung sowie Energiegewinnung durch Wasserkraft. WĂ€lder können Wasser lĂ€nger und in gröĂerer Menge zur VerfĂŒgung stellen, als eine vergleichbare FreiflĂ€che. OberflĂ€chenabfluss von Regenwasser wird gebremst; Ă€hnlich wie in einem Schwamm wird Wasser im Boden gespeichert. Die Evaporation sinkt aufgrund der Beschattung des Bodens durch die Vegetation (allerdings steigt die Transpiration).
Siehe auch
:
Wald und Wasserkreislauf
Umweltschutz
Einen wichtigen Beitrag zum Wasserschutz können die WÀlder leisten, indem sie das Wasser speichern.
Diskutiert werden auch dĂ€mpfende Wirkungen in Bezug auf Licht und Schall. FĂŒr die Befindlichkeit des Menschen kann die Sichtschutzfunktion von WĂ€ldern relevant sein.
Flora und Fauna
WĂ€lder sind oft relativ wenig intensiv genutzte FlĂ€chen mit geringem Eintrag von DĂŒngemitteln und Pestiziden. Auch ist der Stress durch LĂ€rm und andere Störung vermindert. Deshalb stellen WĂ€lder ein RĂŒckzugsgebiet fĂŒr scheue Tiere dar. AusgeprĂ€gte Waldtiere, wie den Feuersalamander, und Pflanzenarten, die an das Leben dort speziell angepasst sind bezeichnet man als silvicol. Der Wald erfĂŒllt so Artenschutzfunktionen im Rahmen des Naturschutzes. BezĂŒglich des Schutzes der Artenvielfalt stellt die natĂŒrliche Wiederbewaldung, wie auch beim Tourismus und beim Landschaftsschutz (siehe unten), manchmal jedoch auch ein Problem dar: Offene extensiv genutzte FlĂ€chen oder Brachland wird von BĂ€umen wiederbesiedelt. Ohne einen menschlichen Eingriff wĂŒrden diese offenen Landschaften langfristig verschwinden. Dies bedeutet eine Habitatverarmung und einen Verlust an BiodiversitĂ€t, da viele Pflanzen und Tiere nur auf Wiesen leben.
Wald als weltweiter Klimaregulator und Kohlenstoffsenke
Bei der Fotosynthese entziehen die grĂŒnen Pflanzen der Luft Kohlenstoffdioxid (CO2), das hauptverantwortlich fĂŒr die derzeit beobachtete globale ErwĂ€rmung ist, und setzen dafĂŒr Sauerstoff (O2) frei. Der Wald bindet den Kohlenstoff in seiner Biomasse. Insgesamt sind weltweit etwa 862 Mrd. Tonnen Kohlenstoff in WĂ€ldern gebunden, der sich sowohl in der Vegetation selbst als auch in den Böden befindet. Etwa 471 Mrd. Tonnen Kohlenstoff sind in tropischen WĂ€lder gespeichert, 272 Mrd. Tonnen in borealen WĂ€ldern und 119 Mrd. Tonnen in WĂ€ldern der gemĂ€Ăigten Breiten, zu denen auch der GroĂteil der europĂ€ischen WĂ€lder zĂ€hlt. Im deutschen Wald sind 2,2 Mrd. Tonnen Kohlenstoff gebunden.cite-ref-k-hl-194-63-0[63]
Die Kohlenstofffixierung durch das Baumwachstum kann nur im Verbund mit der sich zeitlich anschlieĂenden Holznutzung umfassend bilanziert werden. Werden WĂ€lder nachhaltig und naturnah bewirtschaftet â wie dies z. B. in den meisten WĂ€ldern Europas geschieht und durch Zertifizierungssysteme gewĂ€hrleistet wird â wird das vom Baum gebundene Kohlendioxid als Kohlenstoff im Holzkörper gespeichert. Durch stoffliche Nutzung von Holz kann dieses ĂŒber einen langen Zeitraum gespeichert werden, z. B. bei einem Holzbauwerk 50 Jahre und mehr. Holzprodukte wie Papier und Zellstoff können wiederverwendet werden, wodurch die Kohlenstofffixierung verlĂ€ngert wird, bevor der gespeicherte Kohlenstoff durch energetische Verwertung oder Verrottung, als Kohlendioxid wieder an die AtmosphĂ€re abgegeben wird.cite-ref-64[64]
Durch die globale ErwĂ€rmung nimmt die Vegetationsbedeckung in WĂ€ldern der nördlichen Breiten zu. Infolge können mehr organische MolekĂŒle in die GewĂ€sser gelangen, welche wiederum von den Mikroben in den Seesedimenten abgebaut werden. Dabei entstehen Kohlendioxid und Methan als Nebenprodukte, sodass die Treibhausgasemission der nördlichen SĂŒĂwasserseen um das 1,5- bis 2,7-fache steigen könnte.cite-ref-doi10-1073-pnas-1904896116-65-0[65]cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]
Im Rahmen der internationalen Klimaschutzabkommen wie z. B. dem Kyoto-Protokoll (KP) werden auch WĂ€lder aufgrund ihrer FĂ€higkeit, Kohlendioxid zu binden und Sauerstoff zu produzieren als Klimafaktoren betrachtet. GrundsĂ€tzlich werden WĂ€lder als Kohlenstoffsenken angesehen und können in die nationale CO2-Bilanz Eingang finden. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, weil WĂ€lder vor allem im Wachstum eine reale Kohlenstoffsenke darstellen. Etablierte WĂ€lder hingegen tragen zur Nettokohlendioxidfixierung in geringem MaĂe bei, ungestörte UrwĂ€lder ohne Nettozuwachs gar nichts. Sie stellen aber Speicher fĂŒr Kohlenstoff dar, der bei ihrer Abholzung als Kohlendioxid freigesetzt wird.cite-ref-68[68]
Die vierte Bundeswaldinventur, die im Oktober 2024 veröffentlicht wurde, stellt fest, dass der Wald in Deutschland seit 2017 âdurch die enormen klimabedingten SchĂ€den mehr Kohlenstoff abgibt, als er aufnimmtâ, womit er zu einer Kohlenstoff-Quelle geworden ist.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70] Die sinkende CO2-Speicherfunktion hat Auswirkung auf die Klimaschutzpfade.cite-ref-71[71] Laut einer Studie des Potsdam-Instituts fĂŒr Klimafolgenforschung aus dem Jahr 2025 wĂŒrden die Kohlenstoffspeicher der WĂ€lder in vielen Modell-Simulationen noch ĂŒberschĂ€tzt.cite-ref-72[72]
Siehe auch
:
Aufforstung und Klimawandel
Forstwirtschaft zur gezielten Kohlenstofffixierung
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2005
Eine besondere Form von nationalen Minderungsmöglichkeiten, aber auch von JI- und CDM-Projekten (Joint Implementation und Clean Development Mechanism) stellen Senkenprojekte dar. Unter Senken wird prinzipiell die Kohlenstoffbindung und Speicherung in Vegetation und Böden verstanden. Unterschieden wird dabei zwischen WĂ€ldern (Artikel 3.3 KP) und landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen (Artikel 3.4 KP). Mögliche Projekttypen sind Aufforstung und Wiederaufforstung, BewirtschaftungsmaĂnahmen auf bestehenden Forst-, Acker- und GrĂŒnlandflĂ€chen sowie BegrĂŒnung von Ădland. Die Freisetzung von Kohlenstoff durch Entwaldung muss allerdings ebenfalls eingerechnet werden. Um Risiken und Möglichkeiten der Senkenanrechnung zu untersuchen, wurde ein Bericht beim Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in Auftrag gegeben. Der im Jahr 2000 fertiggestellte Bericht Land use, Land-use change, and Forestry (LULUCF) konstatiert groĂe Unsicherheiten in vielen Bereichen. So bestehen vor allem naturwissenschaftliche Unklarheiten bezĂŒglich der gebundenen CO2-Menge. Die Absorptionsraten wĂ€hrend des Pflanzenwachstums sowie die BindungszeitrĂ€ume sind nur schwer zu bestimmen. Zusammen mit der Problematik der Bestimmung der Bewuchsdichte auf groĂen FlĂ€chen ergeben sich starke Unsicherheiten bei der Hochrechnung der Gesamtmenge. Bei der Speicherung in Böden sind diese Probleme noch gravierender, da die zugrunde liegenden biochemischen Prozesse komplizierter sind und zusĂ€tzlich mit stĂ€rkeren Freisetzungen von CO2 und Methan gerechnet werden muss. Ăber die naturwissenschaftlichen Unsicherheiten hinaus wird vor allem die Kontrolle der Vorschriften als problematisch angesehen. Genaue Regelungen bezĂŒglich der Quantifizierung der Treibhausgasspeicherung und des Monitorings stehen noch nicht fest, sondern sollen vom Intergovernmental Panel of Climate Change entwickelt und vorgeschlagen werden. Trotz der hohen Unsicherheiten und des Widerstandes von einigen Vertragsstaaten wurde auf der Klimakonferenz in Bonn (COP 6b) beschlossen, Senkenprojekte bei der ErfĂŒllung der Verpflichtungen einzubeziehen. Auf der nĂ€chsten Konferenz in Marrakesch (COP 7) wurden dann die ersten wichtigen Definitionen und Regelungen fĂŒr die Anrechenbarkeit von Senken nach Artikel 3.3 und 3.4 vereinbart. Insbesondere die genaue Definition und Abgrenzung des Begriffes âWaldâ wurde festgelegt. Hierbei wurden Bandbreiten fĂŒr MindestflĂ€chen (0,05â1 ha), die Mindestbewuchsdichte (10 bis 30 %) und die Mindesthöhe (2â5 m) des Pflanzenbewuchses festgelegt, aus denen die verpflichteten Parteien Rahmenwerte fĂŒr eine nationale Definition des Begriffes âWaldâ wĂ€hlen mĂŒssen. Vor Beginn der ersten Verpflichtungsperiode (d. h. vor 2008) mĂŒssen die verpflichteten Staaten festlegen, welche der BewirtschaftungsmaĂnahmen, d. h. Forst-, Ackerland- und GrĂŒnlandbewirtschaftung sowie BegrĂŒnung von Ădland, fĂŒr sie unter Artikel 3.4 KP anrechenbar sein sollen. FĂŒr Aufforstung und Wiederaufforstung ist keine Festlegung notwendig. Senkenprojekte im Inland generieren Emissionsreduktionsgutschriften, sogenannte Removal Units (RMU), die nicht in die nĂ€chste Verpflichtungsperiode ĂŒbertragen werden können. Zudem unterliegen sie in der ersten Verpflichtungsperiode gewissen EinschrĂ€nkungen bezĂŒglich ihrer Anrechenbarkeit. So können BewirtschaftungsmaĂnahmen nur bis zu einer fĂŒr jede Partei individuell festgelegten Obergrenze angerechnet werden. FĂŒr Deutschland betrĂ€gt diese Obergrenze 1,24 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Auch fĂŒr Senkenprojekte im Ausland existieren Restriktionen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Verhandlungen fĂŒr die Post-2012-Periode beginnen. LULUCF ist in diesen Verhandlungen ein wichtiges Thema.
Soziale Funktionen: Erholungsgebiet und Tourismus
Kulturgeschichtliche Bedeutung
Der Wald war in verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte und Literaturgeschichtecite-ref-73[73] ein beliebtes Motiv. So gehört der Wald zu den wichtigsten SchauplĂ€tzen von Mythen verschiedener Kulturen sowie von Volkssagen und VolksmĂ€rchen. Besonders in der deutschen Romantik erfuhr der Wald als Sinnbild der malerischen Natur, aber auch der unergrĂŒndlichen und gegensĂ€tzlichen Welt groĂe Verehrung. In den Werken der Maler Caspar David Friedrich und Moritz von Schwind oder des Dichters Joseph von Eichendorff ist der Wald allgegenwĂ€rtig. Der Wald ist auch in der neueren Literatur und im Film immer wieder ein beliebter Schauplatz, wobei seine dramaturgische Funktion von der verklĂ€rten Idylle bis hin zur unheimlichen Horrorkulisse reicht.cite-ref-74[74]
Siehe auch
:
Deutscher Wald
Heutige Bedeutung
Gesundheitliche und psychologische Aspekte
Menschen halten sich gerne aus gesundheitlichen GrĂŒnden und zum Zweck der Naherholung in WĂ€ldern auf. Unterschiedlichen Studien zufolgecite-ref-75[75]cite-ref-76[76]cite-ref-77[77] schĂ€tzen Besucher die saubere Luft in einem Wald (die Vegetation wirkt als Filter), GerĂŒche werden als angenehm empfunden, Stress verursachende GerĂ€usche werden gedĂ€mpft, wodurch der Blutdruck gesenkt wird. Das ausgeglichene Waldinnenklima zeichnet sich durch eine höhere Luftfeuchtigkeit und angenehme KĂŒhle im Sommer aus. Dem Wald wird auĂerdem eine positive Wirkung auf die psychische Verfassung (Ablenkung, Inspiration) und Möglichkeiten zur Pflege des Soziallebens bescheinigt (besonders bei Kindern und Sammlern).
Aus diesen GrĂŒnden existiert in Deutschland der rechtliche Status des Erholungswaldes und zusĂ€tzlich in Mecklenburg-Vorpommerns seit 2011 als ErgĂ€nzung der Status Kur- und Heilwald.cite-ref-forstgesetz-78-0[78]
Waldbaden
Aus Japan ist seit den 1980ern das PhĂ€nomen Waldbaden (japanisch shinrin-yoku, æŁźææ”Ž) international bekannt geworden. Es beschreibt die meditative Erfahrung und die gesundheitliche Wirkung eines Aufenthaltes im Wald. Insbesondere japanische Wissenschaftler haben sich mit VerĂ€nderungen des Immunsystems durch Waldaufenthalt beschĂ€ftigt und eine erhöhte AktivitĂ€t von natural killer cells gemessen.cite-ref-79[79] Der Begriff âWaldbadenâ spielt in Deutschland eine Rolle innerhalb der Esoterik, der alternativen Medizin und beim Naturtourismus.cite-ref-80[80]
Wald und Sport
Neben der Naherholung nutzen Menschen den durch ein Wegenetz erschlossenen Wald auch zu sportlicher BetĂ€tigung (Wandern, Nordic Walking, Jogging, Ski Nordisch, Mountainbiking usw.). Der Schwarzwald hat auf diesem Gebiet fĂŒr seinen Waldtourismus weltweit Bekanntheit erlangt. Die Anfang des 20. Jahrhunderts angelegten Fernwanderwege (Westweg, Mittelweg, Ostweg) waren Vorbild fĂŒr zahlreiche weitere Fernwanderwege. Eine speziell in Skandinavien populĂ€re Natursportart im Wald ist der Orientierungslauf. Hier gilt es, sich mit Karte und Kompass zu orientieren und vorgegebene Punkte auf einer selbstgewĂ€hlten Route anzulaufen, wenn nötig auch querfeldein.
WaldpÀdagogik
Die WaldpĂ€dagogik versucht, die vielfĂ€ltigen Bedeutungen des Waldes in der Ăffentlichkeit bekannter zu machen und eine positive emotionale Beziehung zum Wald zu fördern. Neben Informationseinrichtungen wie den allein in Deutschland weit mehr als tausend Waldlehrpfaden wird permanent versucht, neue, stĂ€rker zielgruppenorientierte Methoden zu entwickeln.cite-ref-81[81]
Zunehmend beliebt sind in Deutschland WaldkindergĂ€rten, die das Spiel der Kinder in die freie Natur â hĂ€ufig in den Wald â verlegen.
Sonderfunktionen
WĂ€lder stellen einen Teil des kulturellen Erbes dar. Sie sind in ihrer heutigen Form ein Element unserer Landschaft, welche nach allgemeinem DafĂŒrhalten und auch juristisch betrachtet ein schĂŒtzenswertes Gut ist. Eine Umwandlung von Wald (also zu Bauland oder zur anderweiten Nutzung) ist aus diesem Grunde in den DACH-LĂ€ndern nur in AusnahmefĂ€llen möglich. In der Regel mĂŒssen auĂerdem Konzessionsleistungen erbracht werden, die auch die Aufforstung von Land beinhalten können. Zu den Sonderfunktionen zĂ€hlt auch der Beitrag zum Denkmalschutz (NaturdenkmĂ€ler sind sehr alte oder markante BĂ€ume, Felsen, WasserfĂ€lle, aber auch HĂŒgelgrĂ€ber und andere menschliche Spuren).
WĂ€lder sind auch Objekt fĂŒr Lehre und Forschung. Nicht nur die Grundlagenforschung hilft heute bei der Erforschung noch unbekannter Urwaldgebiete. Die Pharmaindustrie erzielt durch den Aufkauf von UrwaldflĂ€chen und die Entsendung von Biologen zur Erforschung des Areals bereits einige Erfolge bei der Auffindung neuer Wirkstoffe fĂŒr Medikamente. Diese Form des âSponsoringsâ von Umweltschutz dient nicht ausschlieĂlich zu propagandistischen Werbezwecken.
Weltweit werden WĂ€lder als LebensrĂ€ume fĂŒr Pflanzen- und Tierarten von Staaten unter Schutz gestellt. Verschiedene Programme dienen dem Umweltschutz und werden zu diesem Zweck von den Industriestaaten auch finanziell gefördert. Damit ist nicht nur der Schutz von UrwĂ€ldern gemeint, sondern beispielsweise auch die Einrichtung von BannwĂ€ldern in Europa. Diese WĂ€lder dĂŒrfen sich, begleitet von der Forschung, wieder zu UrwĂ€ldern entwickeln.
Politische Konfliktthemen
Bezogen auf den menschlichen Umgang mit dem Wald treffen unterschiedliche Meinungen bzw. Interessen aufeinander. Nachfolgend werden die beiden gröĂten politischen Streitfelder im deutschsprachigen Raum genauer erlĂ€utert, es existieren aber noch weitere. Als ein weiteres Beispiel unter vielen kann der Konflikt âMountainbiker vs. Wandererâ genannt werden.
Naturschutz vs. Bewirtschaftung
Die Frage, ob die Natur mehr geschĂŒtzt oder mehr genutzt werden soll, begrĂŒndet den grundlegendste âWaldkonfliktâ.
Die Argumente der NaturschĂŒtzer sind vielfĂ€ltig. Eines der hĂ€ufigsten Argumente ist, dass nur ein gesundes Ăkosystem langfristig die Weiterentwicklung der menschlichen Zivilisation fördert (siehe Planetare Grenzen). Andere AnsĂ€tze hinterfragen die menschliche Zivilisation (Primitivismus) oder die anthropozentrische Perspektive an sich (Antispeziesismus, Naturethik/Tierrechtsbewegung etc.).
Die Gegner sind in der Regel Personen oder Konzerne, die einen finanziellen Nutzen aus der Bewirtschaftung von WĂ€ldern in abgelegenen Regionen ziehen, die auĂerhalb ihres eigenen Lebensumfeldes liegen. BezĂŒglich des Waldschutzes in der so genannten Dritten Welt wird auch so argumentiert, dass die ErklĂ€rung von Naturschutzgebieten eine moderne Fortsetzung des Kolonialismus sei, da diese Verknappung des Angebots zu einer VerstĂ€rkung der Holzernte in Ă€rmeren LĂ€ndern fĂŒhrt. Wir schĂŒtzen also die Natur vor unserer HaustĂŒre, weil wir es uns leisten können, und zerstören damit die Natur bei anderen, die sich das nicht leisten können.
Wald-Wild-Konflikt
Hohe Wilddichten von Pflanzenfressern, insbesondere von Schalenwild, können durch Verbiss eine aus ökologischen oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten angestrebte natĂŒrliche VerjĂŒngung des Waldes erschweren oder verhindern.cite-ref-82[82]cite-ref-83[83]cite-ref-84[84]cite-ref-85[85]cite-ref-86[86] Durch die Bevorzugung bestimmter Baumarten kann selektiver Verbiss Mischbaumarten aus dem Bestand verdrĂ€ngen und so die BaumartendiversitĂ€t verringern.cite-ref-0-87-0[87] Auch gepflanzte Forstkulturen, die nicht durch Einzelbaumschutz oder ZĂ€unung gesichert werden, sind von WildschĂ€den betroffen.cite-ref-0-87-1[87] SchĂ€lschĂ€den können Ă€ltere WaldbestĂ€nde, die dem Verbiss bereits entwachsen sind, ĂŒber Jahrzehnte hinweg gefĂ€hrden sowie im Schadensfall destabilisieren und ökonomisch entwerten.cite-ref-88[88]
Von Forstleuten, NaturschutzverbĂ€nden und Waldbesitzern wird dieser sogenannte Wald-Wild-Konflikt â zur Verdeutlichung des Zielkonfliktes und der Akteure gelegentlich auch als Forst-Jagd- bzw. Waldbesitzer-JĂ€ger-Konflikt beschrieben â im Hinblick auf einen angestrebten Waldumbau hin zu klimastabilen MischwĂ€ldern als bedeutendes Problem betrachtet.cite-ref-89[89]cite-ref-90[90]cite-ref-91[91]
Zur Beurteilung des Einflusses des Wildes (in Mitteleuropa vor allem Reh, z. T. aber auch Rot-, Dam- und Sikahirsch sowie GĂ€mse und Mufflon) auf die NaturverjĂŒngung des Waldes werden regelmĂ€Ăig gezĂ€unte WeiserflĂ€chen genutzt, die durch einen direkten Vergleich mit dem nicht gezĂ€unten Bereich auĂerhalb eine EinschĂ€tzung des lokalen Wildeinflusses ermöglichen. Diese Form der indirekten Anzeige der örtlichen Wilddichte dient in der Folge einer entsprechenden Anpassung der Jagd.cite-ref-ullrich-92-0[92]
Aber auch durch Vegetationsgutachten, die mit statistisch abgesicherten Methoden erstellt werden, kann der Einfluss des Schalenwildes zuverlĂ€ssig beurteilt werden. Das ist in einigen BundeslĂ€ndern, z. B. Bayern und Rheinland-Pfalz, der Fall. Die Ergebnisse der Vegetationsgutachten sind dann bei der Abschussplanung zwingend zu berĂŒcksichtigen.cite-ref-93[93]
Gesetzlich und juristisch betrachtet ist dieser Konflikt geklĂ€rt. Die letzte Neufassung des Bundesjagdgesetzes legte 1976 fest, dass âdie Belange einer ordnungsgemĂ€Ăen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung den Vorrang vor der zahlenmĂ€Ăigen Hege der den Waldaufbau schĂ€digenden Wildartenâ âgenieĂenâ. Der Bundesgerichtshof bestĂ€tigte das in einem Urteil aus 1984. Die Vorrangstellung des Waldes sei wegen seiner âĂŒberragenden Bedeutung ... fĂŒr das Klima, den Wasserhaushalt, die Sauerstoffproduktion, die NĂ€hrstoffspeicherung und die biologische Vielfaltâ zwingend geboten.cite-ref-94[94]cite-ref-95[95] Ein erster Entwurf zur Reform des Bundesjagdgesetzes aus dem Jahr 2021 sieht eine noch deutlichere Priorisierung des Waldes vor. Die VerjĂŒngung des Waldes soll zukĂŒnftig âim Wesentlichen ohne SchutzmaĂnahmenâ möglich sein. Nur dadurch lasse sich eine âdem Klimawandel angepasste Waldbewirtschaftung in der FlĂ€cheâ umsetzen. Der Bundesrat wollte sogar noch die Wörter âim Wesentlichenâ streichen.cite-ref-96[96]
Bestandsentwicklung und Zustand in WĂ€ldern und Forsten
WĂ€lder dominieren unter natĂŒrlichen UmstĂ€nden ĂŒberall dort, wo sich BĂ€ume gegenĂŒber anderen Pflanzen wie GrĂ€sern als konkurrenzstĂ€rker erweisen. Solche Bedingungen sind auf den LandflĂ€chen der Erde vielerorts groĂflĂ€chig vorzufinden. Störungen der Waldentwicklung waren seit jeher Katastrophenereignisse wie WaldbrĂ€nde und VulkanausbrĂŒche, aber auch KlimaĂ€nderungen wie der Wechsel zwischen WĂ€rme- und KĂ€lteperioden im QuartĂ€r. Pollenanalysen zeigen die fortschreitende Wiederbesiedelung von ehemals vereisten LandflĂ€chen durch BĂ€ume unterschiedlicher Arten aus ihren Refugien zum Ende der Eiszeiten. WĂ€lder werden zudem durch Tiere gestört. So schaffen Elefanten durch ihre zuweilen zerstörerischen AktivitĂ€ten an BĂ€umen das fĂŒr Savannen charakteristische Erscheinungsbild einer Graslandschaft, die locker mit Gehölzen bestockt ist. In den monotonen borealen WĂ€ldern Amerikas und Eurasiens kommt es immer wieder zu Störungen durch die Massenvermehrung von Insekten, die an Nadeln oder anderen Teilen des Pflanzenkörpers SchĂ€den verursachen, die BĂ€ume innerhalb kurzer Zeit groĂflĂ€chig sterben lassen.
GroĂen Einfluss auf die Waldentwicklung nimmt der Mensch seit den ersten Tagen der Zivilisation. Vor allem wurden WĂ€lder gerodet, um Siedlungs- und AckerflĂ€che zu gewinnen. SpĂ€ter trat in den LĂ€ndern Europas die Nutzung des Holzes als EnergietrĂ€ger und als Rohstoffcite-ref-97[97] in den Vordergrund. Die ehemals bewaldeten Buschlandschaften des Mittelmeerraumes und das durch Entwaldung geprĂ€gte Erscheinungsbild der LĂ€nder ehemaliger Seefahrernationen zeugen von dieser Entwicklung. Insgesamt ist der fĂŒr EuropĂ€er heute gewohnte Anblick der Landschaft mit ihrem Wechsel von Feldern, GrĂŒnland, Wald und Siedlungen in der Regel das nahezu alleinige Resultat menschlicher TĂ€tigkeit. Der Anteil des Waldes an der Landnutzung Ă€ndert sich in wohlhabenden LĂ€ndern heute nur noch marginal.
AuĂerhalb Europas existieren heute noch groĂe zusammenhĂ€ngende Waldgebiete, deren GröĂe um etwa 13 Millionen ha netto jĂ€hrlich reduziert wird. Die Schwerpunkte der Entwicklung sind Lateinamerika, das Kongobecken und SĂŒdostasien (Indonesien, Malaysia).
Einer in der Zeitschrift Nature im Jahr 2018 veröffentlichten Studie zufolge nahm zwischen 1982 und 2016 die mit Wald bedeckte FlĂ€che in den Tropen weiter deutlich ab, der Baumbestand in der globalen Gesamtbilanz um 2,24 Millionen kmÂČ (7,1 Prozent) hingegen zu, da kahle FlĂ€chen in den landwirtschaftlichen Gegenden Asiens reduziert wurden. Der zunehmende Baumbewuchs sage jedoch nichts ĂŒber die ökologische QualitĂ€t der WĂ€lder und die Waldvernichtung aus, Baumplantagen wĂŒrden mit eingerechnet. Aride und semi-aride Ăkosysteme verloren Vegetationsbedeckung, in Gebirgslagen nahm die Waldbedeckung der Böden zu.cite-ref-100[100] Bei den stĂ€rkeren Verlusten auf der SĂŒdhalbkugel sind die Staaten Lateinamerikas zu nennen, in Brasilien verschwand eine FlĂ€che von 385.000 Quadratkilometern.cite-ref-101[101] Einer Studie der Botanic Gardens Conservation International und der Weltnaturschutzunion IUCN aus dem Jahr 2021 zufolge, sind 30 Prozent der Baumarten vom Aussterben bedroht. Etwa 40 Prozent wurden als ânicht gefĂ€hrdetâ eingestuft.cite-ref-102[102]
Deutschland
â
Hauptartikel
:
Wald in Deutschland
Mit 11.419.124 ha bedeckt Wald 32 % der deutschen StaatsflĂ€che, wie die Dritte Bundeswaldinventur (2012) feststellte. Die deutsche WaldflĂ€che hat zwischen 2002 und 2012 um rund 48.000 ha zugenommen. Der Holzvorrat stieg im selben Zeitraum um 227 Millionen Festmeter auf nun insgesamt 3,663 Milliarden Festmeter bzw. 336 mÂł/ha an, was einen historischen Rekordwert darstellt. Von der deutschen WaldflĂ€che sind 48 % Privatwald, 32,5 % Staatswald (29 % Landeswald und 3,5 % Bundeswald) und 19,4 % Körperschaftswald.cite-ref-104[104] Der vergleichsweise hohe Waldanteil ist den AufforstungsbemĂŒhungen hauptsĂ€chlich des 19. Jahrhunderts zu verdanken.
Die WaldflÀche ist zwischen 1989 und 2003 um durchschnittlich 3500 ha pro Jahr gewachsen. Im Vergleich zur WaldflÀche sind 25 % Deutschlands der SiedlungsflÀche zuzurechnen, davon sind 50 % vollstÀndig versiegelt (tÀglich um 129 ha oder 47.000 ha pro Jahr zunehmend). Dadurch werden jÀhrlich rund 3500 ha Wald zerstört. Die Zunahme der WaldflÀche ergibt sich durch Aufforstungen (hauptsÀchlich von landwirtschaftlichen FlÀchen) und die sukzessive Bewaldung degenerierter Moorstandorte. Deutschland ist damit dennoch wieder eines der waldreichsten LÀnder in der EuropÀischen Union.
Auch die Baumartenzusammensetzung nĂ€hert sich kontinuierlich der potentiell natĂŒrlichen Zusammensetzung. Von Natur aus wĂ€ren 67 % der LandflĂ€che Deutschlands von BuchenmischwĂ€ldern, 21 % von EichenmischwĂ€ldern, 9 % von AuwĂ€ldern oder feuchten NiederungswĂ€ldern, 2 % von BruchwĂ€ldern und 1 % von reinen NadelwĂ€ldern bedeckt (Georg Meister, Monika Offenberger: Zeit des Waldes. S. 36, s. u. Literatur). In der oberen Waldschicht, also den Ă€lteren BĂ€umen, liegt die Baumartenverteilung noch bei 14,8 % Buchen, 9,6 % Eichen, 15,7 % anderer LaubbĂ€ume, 28,2 % Fichten, 23,3 % Kiefern, 1,5 % Tannen und 4,5 % anderer NadelbĂ€ume.cite-ref-105[105] Das macht ein VerhĂ€ltnis von etwa 40 % LaubbĂ€umen zu 60 % NadelbĂ€umen. In der sogenannten Unterschicht, also der jungen Waldgeneration, hat sich das VerhĂ€ltnis aufgrund des seit vielen Jahrzehnten von den Waldbesitzern forcierten Waldumbaus ins Gegenteil verkehrt. In der jĂŒngeren Waldgeneration stehen nur noch 30 % NadelbĂ€ume und 70 % LaubbĂ€ume, ĂŒberwiegend Buchen. Der groĂe Anteil von Fichte und Kiefer in der Oberschicht liegt an dem hohen Holzbedarf zu Zeiten der Industrialisierung und zahlreiche Kriege der letzten 150 Jahre begrĂŒndet: Diese Baumarten sind schnellwĂŒchsig und anspruchslos und wurden daher zur Aufforstung von degenerierten Standorten wie Heiden, trockengelegten Mooren und ĂŒbernutzten NiederwĂ€ldern insbesondere im 19. Jahrhundert verwendet. Andererseits leiden besonders FichtenbestĂ€nde unter Wind- und Schneewurf sowie InsektenschĂ€den (z. B. durch BorkenkĂ€fer) und fĂŒhren zu einer Versauerung der Böden. Der Dachverband der WaldeigentĂŒmer geht davon aus, dass durch DĂŒrren, StĂŒrme und eine BorkenkĂ€ferplage 2018 und 2019 insgesamt 70 Millionen Festmeter sogenannten Schadholzes anfallen.cite-ref-106[106]
Fichten und Kiefern sind relativ unempfindlich gegen Wildverbiss (meist ist eine UmzĂ€unung der Jungkulturen nicht nötig). Vielerorts behindern die relativ hohen SchalenwildÂdichten das Aufkommen von stĂ€rker verbissgefĂ€hrdeten LaubbĂ€umen und Tannen. DarĂŒber hinaus ist das Holz von Fichte und Kiefern vielseitiger einsetzbar als Laubholz. Etwa 80 % unserer Holzprodukte werden aus Nadelholz hergestellt. Aufgrund der holzartspezifischen Eigenschaften (Holzdichte, Festigkeit, ElastizitĂ€t, WiderstandsfĂ€higkeit gegen Pilze) von Fichte und Kiefer, sind die Holzarten kaum durch Laubholz zu ersetzen. Um die Nachfrage nach dem Rohstoff auch kĂŒnftig befriedigen zu können, ist deshalb ein gewisser Anteil an Nadelholz in unseren gemischten WĂ€ldern zu erhalten. Der Vorteil von MischwĂ€ldern ist eine höhere Artenvielfalt, eine bessere StabilitĂ€t, geringere AnfĂ€lligkeit gegen extreme InsektenschĂ€den und ein ausgeglichenes Portfolio an Holzarten, um die Nachfrage nach dem Ăkorohstoff Holz decken zu können.cite-ref-107[107]
Das Bundeslandwirtschaftsministerium gibt jĂ€hrlich einen Waldzustandsbericht ĂŒber die Ergebnisse des forstlichen Umwelt-Monitorings der WaldbĂ€ume in Deutschland heraus. 26 der 125 Baumarten in Deutschland sind vom Aussterben bedroht.cite-ref-108[108]
Am 23. September 2025 vom DLR veröffentlichte Daten zeigen einen fortschreitenden dramatischen Waldverlust. In den Jahren 2017 bis 2024 verlor Deutschland ĂŒber 900.000 ha Wald bzw. 8,5 % seines gesamten Waldbestandes. Als Ursachen werden ungewöhnlich starke DĂŒrreperioden, Hitzewellen und StĂŒrme sowie SchĂ€dlingsbefall genannt.cite-ref-109[109] Wie bereits beschrieben handelt es sich hierbei groĂteils um nicht standortgerechte FichtenbestĂ€nde.cite-ref-110[110]
Ăsterreich
In Ăsterreichcite-ref-aeiou-111-0[111]cite-ref-waldinventur-112-0[112] betrĂ€gt die WaldflĂ€che etwa 4,0 Millionen ha, das sind 48 % des Staatsgebietes (8,4 Millionen ha).cite-ref-eurostat-113-0[113]cite-ref-steirforst-114-0[114] Nur 0,7 % der österreichischen WĂ€lder sind noch in einem natĂŒrlichen Zustand oder streng geschĂŒtzt.cite-ref-115[115] Aufgrund des gebirgigen Terrains betrĂ€gt der Anteil an Schutzwald etwa 20 % (755.000 ha).cite-ref-aeiou-111-1[111] Mehr als 2/3 ist Nadelwald. Die hĂ€ufigste Baumart ist Fichte mit ĂŒber 50 % aller BĂ€ume, es folgen Buche mit 10 %, weitere 9 % entfallen auf Kiefern und 6,8 % auf LĂ€rchen. Insgesamt finden sich 93 verschiedene Baumarten in Ăsterreich. Die gröĂten Bewaldungsdichten liegen im Voralpengebiet von Salzburg bis Niederösterreich sowie am Alpenostrand, von Kor- und Saualpe ĂŒber die Berge des Mur-MĂŒrz-Gebiets bis zum Wechsel.cite-ref-aeiou-111-2[111] Das Bundesland Steiermark besitzt die gröĂte WaldflĂ€che Ăsterreichs, der waldreichste Bezirk in Ăsterreich ist der Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich, der an die 80 % WaldflĂ€che aufweist.
Zwei Drittel der WĂ€lder sind nach den letzten Waldinventuren intakt. Probleme bilden nur die SchutzwĂ€lder. Es wĂ€chst auch um 30 % mehr Holz nach als verbraucht wird oder durch Windbruch oder Wildverbiss geschĂ€digt wird. Da teure Holzbringung im Wettbewerb zu billigeren Importen steht, wird oft das Holz im Wald nicht geschlagen. Nicht nur durch Aufforstungen, sondern auch durch Stilllegungen von landwirtschaftlichen FlĂ€chen erobert der Wald wieder Gebiete zurĂŒck.
Der Ertragswald umfasst 83 % der WaldflĂ€che, hauptsĂ€chlich Hochwald (VerjĂŒngung aus Samen, lange Umtriebszeit), Ausschlagwald liegt unter 3 %.cite-ref-aeiou-111-3[111] Im Ertragswald hat die Fichte einen Anteil 61,4 %. BezĂŒglich des Holzvorrates je FlĂ€che liegt Ăsterreich mit 325,0 mÂł/ha im europĂ€ischen Vergleich an zweiter Stelle. GröĂter WaldeigentĂŒmer sind die österreichischen Bundesforste mit 523.000 ha, 1,73 Millionen ha sind bĂ€uerlicher Wald, insgesamt gibt es 170.000 WaldeigentĂŒmer. Der PrivatwaldÂanteilcite-ref-116[116] liegt â weit ĂŒber dem europĂ€ischen Durchschnitt â bei etwa 80 %,cite-ref-agrarstatistik-117-0[117] der KleinwaldÂanteil (unter 200 ha KatasterflĂ€che) wird zwischen 1,56 Millionen hacite-ref-agrarstatistik-117-1[117] und 2,13 Millionen hacite-ref-118[118] (40â50 % der gesamten WaldflĂ€che) angegeben.
GröĂte private Waldbesitzer Ăsterreichs sind (frĂŒher) adelige Familien und kirchliche Stifte, an erster Stelle der Forstbetrieb Mayr-Melnhof-Saurau, die EsterhĂĄzy Betriebe GmbH, die FĂŒrstlich Schwarzenbergâsche Familienstiftung, das Gut Persenbeug der Familie Habsburg-Lothringen und die Stiftung FĂŒrst Liechtenstein. GröĂter geistlicher EigentĂŒmer ist das Stift Admont. GröĂter WaldeigentĂŒmer insgesamt ist allerdings, nach den Ăsterreichischen Bundesforsten, die Stadt Wien, insbesondere im Quellgebiet der Hochquellwasserleitungen.cite-ref-119[119]cite-ref-120[120]
Schweiz
Rund ein Drittel der Schweiz ist bewaldet. Das ist relativ viel, wenn man berĂŒcksichtigt, dass groĂe Teile des Landes aufgrund der Topographie (v. a. oberhalb der Baumgrenze) keine Bewaldung zulassen. Dazu beigetragen hat das Waldgesetz,cite-ref-121[121] das in verschiedenen Fassungen seit 1903cite-ref-122[122] vorschreibt, dass die WaldflĂ€che nicht vermindert werden soll und dass Rodungen grundsĂ€tzlich verboten sind (Ausnahmebewilligungen können erteilt werden).cite-ref-123[123] 77 Baumarten sind in der Schweiz beheimatet.cite-ref-124[124]
BezĂŒglich des Holzvorrates je FlĂ€che belegt die Schweiz mit 336,6 mÂł/ha den europĂ€ischen Spitzenplatz. Obwohl StĂŒrme wie Vivian oder Lothar groĂe SchĂ€den anrichteten, hat der Wald in den letzten zwanzig Jahren um 4 % zugenommen (Stand 2011); er dehnt sich allerdings primĂ€r im Gebirge und in anderen marginalen Lagen, auf sogenannten Grenzertragsböden, aus.cite-ref-125[125] Der Holzschlag könnte gemÀà Fachkreisen aber trotzdem deutlich gesteigert werden. Aus wirtschaftlichen GrĂŒnden ist vielerorts der Holzschlag jedoch nicht lukrativ.
In den Alpen erfĂŒllen die WĂ€lder eine wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen und Erosion. Diese SchutzwĂ€lder machen rund 10 % der Schweizer WaldflĂ€che aus und stehen unter besonderem Schutz.
Die Eidgenössische Forschungsanstalt fĂŒr Wald, Schnee und Landschaft beschĂ€ftigt sich mit der Nutzung und dem Schutz von Landschaften und LebensrĂ€umen, mit einem Schwerpunkt auf WĂ€ldern und Naturgefahren.
Weitere
Tag des Waldes
Den 21. MĂ€rz hat in den 1970er Jahren die ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen als âTag des Waldesâ ins Leben gerufen.cite-ref-126[126] An dem Tag werden traditionell Waldberichte veröffentlicht.
Siehe auch
âą Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Wald beginnt
⹠Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Wald enthÀlt
Literatur
âą Otto zu Castell-RĂŒdenhausen, Ferdinand zu Castell-Castell: Der Wald fĂŒr unsere Enkel. Natur gestalten â Zukunft erhalten. Westend Verlag, Frankfurt am Main 2022, ISBN 978-3-86489-376-6.
âą Alexander Grau: Vom Wald. Eine Philosophie der Freiheit. Claudius, MĂŒnchen 2023, ISBN 978-3-532-62885-0.
âą Hannes Böttcher, Klaus Hennenberg, Christian Winger, Ăko-Institut e. V.: Waldvision Deutschland â Beschreibung von Methoden, Annahmen und Ergebnissen im Auftrag von Greenpeace, Berlin 2018.
âą Hans Leibundgut: Der Wald als Erbe und Verpflichtung. Haupt, Bern/Stuttgart 1991, ISBN 3-258-04281-0.
âą Peter Steiger: WĂ€lder der Schweiz. Ott Verlag, Thun 1994, ISBN 3-7225-6205-8.
âą Hans Leibundgut: Der Wald. Eine Lebensgemeinschaft. 3., erweiterte Auflage. Huber, Frauenfeld/Stuttgart 1983, ISBN 3-7193-0879-0.
âą Hannes Mayer: WĂ€lder Europas. Fischer, Stuttgart/New York 1984, ISBN 3-437-30441-0.
âą Hansjörg KĂŒster: Geschichte des Waldes. C. H. Beck, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-406-50279-2.
âą Wolfgang Bauer, Sergius Golowin, Herman de Vries, Clemens Zerling: Heilige Haine, Heilige WĂ€lder. Verlag Neue Erde, SaarbrĂŒcken 2005, ISBN 3-89060-064-6.
âą Viktoria Urmersbach: Im Wald, da sind die RĂ€uber. Eine Kulturgeschichte des Waldes. Vergangenheitsverlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-940621-07-8.
âą Heinrich Hofmeister: Lebensraum Wald. Ein Weg zum Kennenlernen von Pflanzengesellschaften und ihrer Ăkologie. Paul Parey, Hamburg/Berlin 1990, ISBN 3-490-17118-7.
âą Albrecht Lehmann: Von Menschen und BĂ€umen. Die Deutschen und ihr Wald. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-498-03891-5.
âą Peter Wohlleben: Gebrauchsanweisung fĂŒr den Wald. Piper, MĂŒnchen 2023, ISBN 978-3-492-27771-6.
âą Christian Ammer, Torsten Vor, Thomas Knoke, Stefan Wagner: Der Wald-Wild-Konflikt â Analyse und LösungsansĂ€tze vor dem Hintergrund rechtlicher, ökologischer und ökonomischer ZusammenhĂ€nge (= Göttinger Forstwissenschaften. Band 5). UniversitĂ€tsverlag Göttingen, Göttingen 2010, ISBN 978-3-941875-84-5, doi:10.17875/gup2010-280 (Online [PDF; 4,8 MB; abgerufen am 20. Januar 2019]).
âą Kerstin Ekman: Der Wald. Eine literarische Wanderung. 2. Auflage. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2008, ISBN 978-3-492-05142-2 (528 S., schwedisch: Herrare i skogen. Stockholm 2007. Ăbersetzt von Hedwig M. Binder).
Medien
âą Planet Erde. Waldwelten. Dokumentation, 45 Min., ein Film von Alastair Fothergill, Produktion: BBC, deutsche Erstsendung: 26. MĂ€rz 2007
Weblinks
Commons
: Wald
â Album mit Bildern
Wikiquote: Wald
â Zitate
Wikisource: Wald
â Quellen und Volltexte
Wikisource: Zeitschriften fĂŒr Haus-, Land- und Forstwirtschaft
â Quellen und Volltexte
Wiktionary: Wald
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Urwald
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Wald im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Waldwissen.net, Informationen zu Wald und Forstwirtschaft
âą Wald ist unser Thema, Informationen zu Waldforschung und Forstpraxis der Bayerischen Landesanstalt fĂŒr Wald und Forstwirtschaft (LWF)
âą Forest Resources Assessment 2005 â Maps and figures, Darstellungen des Forest Resources Assessment 2005 (englisch)
âą Karte der internationalen Waldverbreitung
âą treffpunktwald.de, alle Veranstaltungen in Deutschland rund um den Wald
âą Dossier Umwelt: Wald Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (bpb)
âą Videos der DVD-ROM: Ăkosystem Wald (2005) herausgegeben vom Institut fĂŒr den Wissenschaftlichen Film (IWF)
âą deutschlandfunk.de, Forschung aktuell, 24. November 2017, Monika Seynsche: Wie Abholzung die Artenvielfalt bedroht
Einzelnachweise
cite-note-bennett-11. â Brandon Bennett: What is a forest? On the vagueness of certain geographic concepts. Topoi 20, 2001, S. 189â201.
cite-note-lund2002-22. â H. Gyde Lund: When is a forest not a forest? Journal of Forestry 100(8), 2002, S. 21â27.
cite-note-33. â Francis E. Putz (2010): The Importance of Defining âForestâ: Tropical Forest Degradation, Deforestation, Long-term Phase Shifts, and Further Transitions. Biotropica 42(1): 10â20. doi:10.1111/j.1744-7429.2009.00567.x
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